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Altersarmut zerstört die Träume

Suppenküche

Ist da das Leben noch lebenswert, wenn es heisst: Heizung runterdrehen, nur noch hartes Brot, nicht mehr ausgehen – Altersarmut grenzt Menschen aus. Um das zu ändern, legte die Caritas seinerzeit neue Konzepte vor, die die finanzielle Absicherung und die soziale Teilhabe im Alter ermöglichen sollen.

Die Publikation ist von der Caritas Deutschland aus dem Jahr 2012!

Das Thema hat nichts von seiner Aktualität verloren, im Gegenteil hat sich mit den neusten Ereignissen weltweit verschärft (Covid-19, usw.). Aber Achtung: Nicht nur die pensionierten und älteren Menschen sind betroffen, sondern immer mehr auch die Alleinerziehenden können in die Altersarmuts-Falle tappen.

 

Eckpunkte zur Bekämpfung von Altersarmut

Wie präventiv und total auf privater und individueller Basis das Thema angegangen werden kann, sehen sie am Schluss dieses Beitrages.

Die Eckpunkte zur Bekämpfung der Altersarmut wurden auf dem Caritasrat und der Delegiertenversammlung 2012 diskutiert. Hier die Gedanken im Überblick:

1. Finanzielle Absicherung im Alter

Um die finanzielle Absicherung im Alter zu gewährleisten, braucht es eine bedarfsgerechte Ausgestaltung der Grundsicherung im Alter mit transparent ermittelten Regelsätzen. Besorgniserregend ist, dass die Zahl der verdeckt armen älteren Menschen sehr hoch ist: Knapp jeder dritte ältere Mensch ab 65 Jahren hätte Anspruch EO im Alter, nimmt diese aber nicht in Anspruch – aus Unwissenheit, Scham oder unberechtigter Angst vor dem finanziellen Rückgriff des Sozialamts auf die Kinder.

Daher sind von der Caritas folgende Forderungen im Raum:

  • Alte Menschen müssen durch die Rentenversicherung besser über Inhalt und Folgen des Bezugs von Grundsicherung im Alter informiert werden.

  • Die Leistungen (insbesondere die Regelsätze) müssen bedarfsgerecht gestaltet werden.

  • Private Vorsorge darf im Alter nicht wie bisher zur Kürzung der Grundsicherung führen. Mindestens 100 Euro aus der privaten Vorsorge müssen alten Menschen zusätzlich zur Grundsicherung bleiben.
     

2. Teilhabe im Alter sicherstellen

Auch bei der sozialen Teilhabe älterer Menschen sind Verbesserungen nötig. Wo Beziehungen frühzeitig geknüpft werden, wo nachbarschaftliches Engagement ausgeprägt und eine gute wohnortnahe Infrastruktur vorhanden ist, können ältere Menschen länger im gewohnten häuslichen Umfeld bleiben.

3. Grundlegende Faktoren zur Vermeidung von Altersarmut

Um zukünftig Altersarmut zu verhindern, sind ausreichende Rentenansprüche notwendig. Dafür braucht es auch verbindliche Lohnuntergrenzen. Der Deutsche Caritasverband fordert eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere für Alleinerziehende und pflegende Angehörige, damit die Menschen auch in diesen Phasen fürs Alter vorsorgen können. Der Zugang Älterer zum Arbeitsmarkt muss erleichtert werden, Diskriminierungen Älterer sind abzubauen. Für spezifische Personengruppen, wie Menschen mit Migrationshintergrund oder Langzeitarbeitslose mit multiplen Vermittlungshemmnissen, braucht es spezifische Förderinstrumente.

Die Eckpunkte wurden veröffentlicht in der Zeitschrift neue caritas, Ausgabe 3/2013, S. 34-36.

Das Thema Altersvorsorge sollte aller spätestens mit 45 Jahren definitiv (oder auch früher) an die Hand genommen werden.

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